Historischer Stadtplatz mit Herbstbäumen und Spiegelungen auf nassem Pflaster

Vitamin-D-Mangel: Ursachen, Risiken und wie Sie Ihre Versorgung unterstützen können

Ein Vitamin-D-Mangel entsteht häufig, wenn die Haut zu wenig UVB-Sonnenlicht erhält, die Vitamin-D-Zufuhr über Lebensmittel gering ist, die körpereigene Bildung im Alter nachlässt oder bestimmte Erkrankungen und Medikamente die Aufnahme beziehungsweise den Stoffwechsel beeinflussen. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen, einer normalen Muskelfunktion und einer normalen Funktion des Immunsystems bei.¹

ARTIKELINHALT

  • Geringe Sonnenexposition ist eine der häufigsten Ursachen für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung.

  • Lebensmittel liefern meist nur begrenzte Mengen Vitamin D; die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht spielt daher eine zentrale Rolle.

  • Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit der Haut zur Vitamin-D-Bildung abnehmen.

  • Bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder individuelle Risikofaktoren können die Vitamin-D-Versorgung zusätzlich beeinflussen.

  • Wenn Sonnenlicht und Ernährung nicht ausreichen, können Vitamin-D-Präparate die Vitamin-D-Zufuhr gezielt ergänzen; bei Fragen zu Symptomen, Risikofaktoren oder Anwendung sollte medizinisches Fachpersonal einbezogen werden.

Warum Vitamin D für die Gesundheit wichtig ist

Vitamin D ist unter anderem für den Knochenstoffwechsel wichtig. Es trägt zur Erhaltung normaler Knochen, einer normalen Muskelfunktion und einer normalen Funktion des Immunsystems bei.1 Außerdem trägt Vitamin D zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor sowie zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei.1 Eine unzureichende Versorgung kann sich unter anderem durch Knochenschmerzen oder Muskelschwäche bemerkbar machen; die genaue Abklärung sollte durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.2

Was verursacht einen Vitamin-D-Mangel?

Überblick: Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Ursachen, warum die Vitamin-D-Versorgung unzureichend sein kann, und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

UrsacheWarum sie relevant istMögliche Orientierung
Wenig SonnenlichtUVB-Strahlen sind entscheidend für die körpereigene Vitamin-D-Bildung in der Haut.Regelmäßige, verantwortungsvolle Sonnenexposition unter Vermeidung von Sonnenbrand.
Geringe Zufuhr über LebensmittelNur wenige Lebensmittel enthalten relevante Mengen Vitamin D.Vitamin-D-reiche Lebensmittel einplanen und bei Bedarf Supplementierung prüfen.
Zunehmendes AlterDie Fähigkeit der Haut zur Vitamin-D-Bildung nimmt mit dem Alter ab.Versorgung gezielt beobachten und medizinisches Fachpersonal einbeziehen.
Erkrankungen, Medikamente oder hoher BMIAufnahme, Speicherung oder Stoffwechsel von Vitamin D können beeinflusst sein.Individuelle Abklärung mit medizinischem Fachpersonal.

Begrenzte Sonnenexposition und die Rolle von UVB-Strahlen

Vitamin D wird vor allem in der Haut gebildet, wenn UVB-Strahlen aus dem Sonnenlicht auf eine Vorstufe von Vitamin D treffen. Dabei entsteht Vitamin D3 (Cholecalciferol), das anschließend im Körper weiterverarbeitet wird.3 Zu wenig Sonnenexposition kann die körpereigene Vitamin-D-Bildung verringern. Einfluss haben unter anderem geografische Lage, Jahreszeit, überwiegender Aufenthalt in Innenräumen, bedeckende Kleidung und die Verwendung von Sonnenschutzmitteln.3,4,13

Altersbedingter Rückgang der Vitamin-D-Synthese

Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit der Haut zur Vitamin-D-Bildung abnehmen. Ein Grund ist die geringere Verfügbarkeit von 7-Dehydrocholesterin, einer Vorstufe von Vitamin D3. Dadurch können ältere Erwachsene ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung haben, insbesondere wenn zusätzlich wenig Sonnenexposition oder eingeschränkte Mobilität hinzukommen.2-4

Unzureichende Zufuhr über die Ernährung: Warum Lebensmittel allein möglicherweise nicht ausreichen

Vitamin-D-Quellen in der Ernährung sind begrenzt. Relevante Mengen finden sich vor allem in fettreichem Fisch wie Lachs, Hering oder Makrele, außerdem in Eigelb, Lebertran und bestimmten Pilzen.5,6 Da viele Menschen diese Lebensmittel nicht regelmäßig oder nicht in ausreichender Menge verzehren, trägt die Ernährung häufig nur begrenzt zur Vitamin-D-Versorgung bei. Deshalb kann eine geringe Zufuhr über Lebensmittel zur unzureichenden Versorgung beitragen.

Medizinische Erkrankungen und andere Ursachen

Bestimmte Erkrankungen können die Aufnahme oder den Stoffwechsel von Vitamin D beeinflussen, zum Beispiel Malabsorptionssyndrome sowie Leber- oder Nierenerkrankungen. Auch ein hoher BMI (≥30 kg/m2) kann mit einem höheren Bedarf beziehungsweise einer veränderten Verteilung von Vitamin D im Körper einhergehen.5,12

Zudem können einige Medikamente den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen.12 Wenn Sie vermuten, dass dies auf Sie zutrifft, wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.

Symptome eines Vitamin-D-Mangels erkennen

Mögliche Anzeichen einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung können Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit oder eine erhöhte Infektanfälligkeit sein.2,11 Diese Beschwerden können jedoch auch andere Ursachen haben. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie beitragen.2,4 Bei anhaltenden oder unklaren Symptomen sollte medizinisches Fachpersonal einbezogen werden.

Wie Sie mehr Vitamin D aufnehmen: Praktische Tipps

Sichere Sonnenexposition

Regelmäßige, verantwortungsvolle Sonnenexposition kann die körpereigene Vitamin-D-Bildung unterstützen. Entscheidend sind Jahreszeit, Tageszeit, Hauttyp, geografische Lage und die tatsächlich unbedeckte Hautfläche.3,7 Sonnenbrand sollte immer vermieden werden; Sonnenschutz bleibt ein wichtiger Bestandteil eines verantwortungsvollen Umgangs mit UV-Strahlung.7

Anpassungen der Ernährung

Die Aufnahme von Vitamin-D-reichen Lebensmitteln wie fettreichem Fisch, Eigelb oder geeigneten Pilzen kann zur Versorgung beitragen.5,6 Da die Zufuhr über übliche Lebensmittel jedoch oft gering ist, reicht Ernährung allein bei fehlender körpereigener Bildung nicht immer aus. Vitamin-D-Präparate können helfen, die Vitamin-D-Zufuhr gezielt zu ergänzen.2,12

Ausreichende Vitamin-D-Spiegel ohne häufige Tests aufrechterhalten

Ob regelmäßige Bluttests notwendig sind, hängt von der individuellen Situation ab. Für gesunde Erwachsene ohne besondere Risikofaktoren ist eine routinemäßige Kontrolle nicht immer erforderlich; bei Risikogruppen, bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Symptomen kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.8,10,12

Fazit

Vitamin-D-Mangel beziehungsweise eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung hat häufig mehrere Ursachen: zu wenig Sonnenlicht, geringe Zufuhr über Lebensmittel, zunehmendes Alter sowie bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder individuelle Risikofaktoren. Wer die Ursachen kennt, kann gezielter auf Sonnenexposition, Ernährung und bei Bedarf Supplementierung achten. Für individuelle Fragen, Symptome oder Risikofaktoren sollte medizinisches Fachpersonal einbezogen werden.

Häufige Fragen zu Vitamin-D-Mangel

Die häufigsten Ursachen sind zu wenig Sonnenlicht, eine geringe Vitamin-D-Zufuhr über Lebensmittel und eine nachlassende Vitamin-D-Bildung im Alter. Auch bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder individuelle Risikofaktoren können zu einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung beitragen.²,³,¹²

Mögliche Anzeichen sind Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit oder eine erhöhte Infektanfälligkeit. Diese Beschwerden können jedoch auch andere Ursachen haben, daher sollte eine Abklärung bei medizinischem Fachpersonal erfolgen.²,¹¹

Vitamin-D-Präparate können helfen, die Versorgung zu unterstützen, wenn Sonnenlicht und Ernährung nicht ausreichen. Sie können eine praktische Möglichkeit sein, die tägliche Vitamin-D-Zufuhr gezielt zu ergänzen.⁸,¹²

Ernährung allein reicht bei fehlender körpereigener Bildung häufig nicht aus, weil nur wenige Lebensmittel relevante Mengen Vitamin D enthalten. Eine ausreichende Versorgung hängt daher auch von Sonnenexposition und ergänzender Vitamin-D-Zufuhr ab.⁵,⁶

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16.05.2012 – Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen, einer normalen Muskelfunktion und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

  2. Holick MF. Vitamin D deficiency. N Engl J Med. 2007;357(3):266-281.

  3. Wacker W, Holick MF. Sunlight and Vitamin D: A global perspective for health. Dermatoendocrinol. 2013;5(1):51-108.

  4. Giustina A et al. Vitamin D in the older population: a consensus statement. Endocrine. 2023;79:31–44.

  5. NIH Office of Dietary Supplements. Vitamin D Fact Sheet for Health Professionals. 2025. https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminD-HealthProfessional/

  6. Souci-Fachmann-Kraut Nährwertdatenbank. 2016.

  7. Bundesamt für Strahlenschutz. UV-Schutz mit >30 LSF empfohlen. März 2025. https://www.bfs.de/EN/home/home_node.html

  8. Grant W et al. Vitamin D: Evidence-Based Health Benefits and Recommendations for Population Guidelines. Nutrients. 2025;17(2):277.

  9. Huang and You. Personalize vitamin D3 using physiologically based pharmacokinetic modelling. CPT Pharmacometrics Syst Pharmacol. 2021;10:723–734.

  10. Demay M et al. Vitamin D for the Prevention of Disease: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2024;109(8):1907-1947.

  11. Martineau A et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: individual participant data meta-analysis. Health Technol Assess 2019;23(2):1-44.

  12. Pludowski P et al. Guidelines for Preventing and Treating Vitamin D Deficiency in Poland. Nutrients. 2023;15(3):695.

  13. Passeron T et al. Sunscreen Photoprotection and vitamin D status. Br J Dermatol 2019, 181(5): 916-931. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31069788/

  14. Daten extrapoliert für 2000 IE aus den Antworten von BfR & DGE auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D, 2012: https://www.bfr.bund.de/cm/349/selected-questions-and-answers-on-vitamin-d.pdf